Es ist Herbst. Die golden scheinenden Lärchenwälder werfen schon ihre Nadeln ab. Bis Mitte November nehmen sie die für sie typischen Farben des Herbstes an. Nicht zu jeder Tageszeit scheint das Licht so, dass die schlanken Bäume aus der Ferne goldfarben leuchten.

Auf meinem Weg ins Unterdorf, vorbei an der Rückseite der kleinen St. Georgskirche mit ihren rötlichen Turmholzschindeln, dem Kreuz am Hohlweg, unterhalb des Weilers Fiecht, sind sie zu sehen. In ihrer herbstzeitlichen Ausstrahlung.

Faszination Heimat. Vielfach fotografiert und in in früheren Jahren auch gerne als Postkartenmotive in ferne Länder verschickt. Die Lärchen berühren. Die Lärche war in Österreich 2002 Baum des Jahres. Sie gehören zur Familie der Kieferngewächse. Sie stehen überwiegend in Wirtschaftswäldern. Auf den Mooswiesen und am Fuße der Mieminger Berge genießen sie einen geschützten Sonderstatus. Sie sind Teil unserer Kulturlandschaft.

Mieming ist ökologisch wertvoll. Wer könnte das auf Anhieb sagen? Die Gemeindefläche erstreckt sich vom Inntal auf 600 Metern Seehöhe, bis auf die höchsten Spitzen der Mieminger Kette, die bis etwa 2700 Metern Seehöhe reicht. Innerhalb des Gebietes existieren viele unterschiedliche Klima- und Vegetationszonen.

„Die Lärchenwiesen zwischen dem Achbergzug und der Mieminger Kette ist eine Kulturlandschaft, die inzwischen zum Markenzeichen geworden ist. Die Lärche lässt im Unterwuchs einen gesunden Grasbestand zu. So konnten die Landwirte schon vor langer Zeit die Fläche zur Holzgewinnung und als Weideland nutzen“ (Quelle: Clemens Stecher, Naturraum Mieming, Mieming, Geschichte und Geschichten, 2011).

Die Mooswiesen im Unterdorf oder die Moosalmwiesen mit dem Schilfniedermoor bei Barwies sind selten gewordene Feuchtlebensräume. Davon gab es früher mehr in Mieming. Ihre Bewohner aus Flora und Fauna finden sich inzwischen auf der „Roten Liste“ der geschützten Arten.

Quelle: →Mieming-Online.at

Fotos: Knut Kuckel